subu

Die Insel Samar, und somit auch die Provinz Eastern Samar, ist eine der letzten Gegenden auf den Philippinen, wo man noch große, zusammenhängende Regenwaldflächen findet. Es gibt noch ca. 360.000 ha Waldfläche, davon sind 120.000 ha sogenannter "old growth forest". Zur Zeit kennt man etwa 2400 Arten von Blütenpflanzen, 400 davon sind in den Philippinen endemisch, weitere 400 kommen nur auf Samar vor. Es gibt noch 12 Baumarten und andere Pflanzen, darunter verschiedene Orchideen und Farne, die international als bedroht eingestuft werden. Der Regenwald zählt zu den Dipterocarp - Wäldern, zu den vorkommenden Arten zählen Lauaan, Yakal, Mayapis und andere.

Man findet in Eastern Samar verschiedene, mittlerweile seltene oder sogar vom Aussterben bedrohte Tierarten. Hierzu gehören der "Philippine Eagle" (oder auch Monkey eating Eagle), der Tarsier, der Flying Lemur und verschieden Arten von Fledermäusen und "Fruitbats". Insgesamt gibt es 39 Arten von Säugetieren und 197 Vogelarten, 16 davon sind bedroht.

Im folgenden gibt es eine kleine, natürlich unvollständige Übersicht über verschiedene Tiere, die auf Samar vorkommen. Wir verwenden die englischen Bezeichnungen, da uns nicht für alle Tiere ein deutscher Name bekannt ist.

 

Der Tarsier (Tarsius syrichta) ist als kleinster Primat der Welt etwas kleiner als eine ausgewachsene Ratte. Die im Verhältnis zum Kopf riesigen Augen weisen auf eine nachtaktive Lebensweise hin. Mit den langen, schlanken Gliedmaßen ist der Tarsier hervorragend an das Leben in Bäumen angepaßt, die langen, kräftigen Beine ermöglichen dem Tarsier weite Sprünge. Die Finger verfügen über eine Art Saugnäpfe. Die weitgehend als Einzelgänger lebenden Tiere gehen nachts auf Nahrungssuche, vorzugsweise Insekten und Eidechsen.

Der Flying Lemur heißt eigentlich Colugo (Cynocephalus volans). Der nachtaktive Colugo ist nicht mit den Lemuren verwandt und kann auch nicht fliegen. Der Colugo ist schlank, hat lange Glieder und Krallen, einen fuchs-artigen Kopf und kurzes, weiches, gesprenkeltes Fell. Zwischen den Gliedmaßen befindet sich eine Flughaut, die den ca. 40 cm großen Tieren lange Gleitflüge ermöglicht. Ansonsten sind Colugos recht behäbige aber gute Kletterer, am Boden sind sie recht hilflos. Als Nahrung dienen Blätter, Blüten, Früchte und Knospen.

Die malaiische Civet - Katze (Viverra tangalunga) ist die bekannteste der Civets. Der Körper weist schwarze Punkte auf, die sich zum Rücken hin zu Streifen verbinden. Civets sehen wie langnasige Katzen mit schlanken Körpern aus. Civetkatzen sind Allesfresser, von Insekten über Kleinsäuger (Ratten) bis hin zu Früchten verzehren sie alles. Civets tragen dazu bei, Pflanzensamen über weitere Entfernungen zu verteilen.

Long - tailed Macaques oder auch Crab - eating Macaque (Macaca fascicularis) kommen in ganz Südostasien vor. Das Fell ist grau - braun bis rötlich - braun. Sie erreichen eine Länge von ca. 40 - 50 cm, der Schwanz mißt 50 - 60 cm. Männliche Tiere werden ca. 4,8 - 7 kg schwer, Weibchen dagegen nur 3 - 4 kg. Zur Nahrung gehören Früchte, Krabben, Blumen, Insekten, Pilze und Gras, wobei Früchte als Nahrung überwiegen.

Der "Golden Crown Flying Fox" (Acerodon jubatus) ist der größte Flughund der Welt und gehört zu den sogenannten fruitbats. Die Gattung ist endemisch auf den Philippinen. Die Tiere halten sich zum Schlafen in hohen Bäumen auf und ernähren sich von Feigen und anderen Früchten. Durch Zerstörung des natürlichen Lebensraum ist diese Art mittlerweile bedroht. Fruitbats haben eine extrem wichtige Funktion im Regenwald. Viele Baumarten sind auf die Bestäubung der Blüten durch diese Tiere angewiesen. Weiterhin verbreiten Flughunde die Samen der Bäume über weite Strecken.

Die Philippine Nectar Bat (Eonycteris robusta) ist ebenso endemisch auf den Philippinen. Sie gehört wie der Golden Crown Flying Fox zu den Fruit bats. Als Nahrung dienen Nektar oder auch weiche, bzw. überreife Früchte. Auch diese Art ist stark bedroht.

Neben der asiatischen oder indischen Kobra gibt es auf Samar noch die Königskobra. Die Königskobra ist mit 3,7 m die größte Giftschlange der Welt (der Rekord liegt aber liegt bei 5,58 m) und ernährt sich hauptsächlich von anderen Schlangen. Die asiatische Kobra erreicht selten eine Länge von mehr als 1,8 m. Der Biß einer Kobra ist für den Menschen grundsätzlich gefährlich.

Der Philippine Eagle oder Monkey-eating Eagle (Pithecophaga jefferyi), der nationale Vogel der Philippinen ist ein mächtiger Vogel und einer der größten Adler der Welt. Er ist in seiner Existenz äußerst bedroht, man vermutet, daß es in freier Wildbahn nur noch ca. 100 Exemplare gibt. Zur Nahrung des Adlers gehören Affen, Tarsiere und auch der Flying Lemur.

Der Brahmini Kite (Haliastur Indus) ist ein häufig vorkommender Raubvogel und wird 43 - 51 cm groß. Kopf, Nacken und Brust sind weiß, der restliche Körper ist kastanienbraun. Der Vogel ist eher ein Aasfresser als ein Jäger, jagt aber auch nach kleineren Beutetieren wie Fischen, Krabben, Fröschen, Mäusen, Reptilien und sogar Insekten. Brahmini Kites bevorzugen Mangroven und Flußmündungen, kommen aber ebenso in Süßwasser Feuchtgebieten und Kulturlandschaften vor. Allgemein sind die Vögel sehr anpassungsfähig.

Der auf den Philippinen endemische und stark bedrohte Philippine Cockatoo (Cacatua haematuropygia) ist ein kleiner, ca. 35 cm großer Papagei. Die Flügelspannweite beträgt ca. 27 cm. Die Tiere leben in großen Gruppen, außer in der Brutzeit. Dann ziehen sich die Paare zurück. Oft werden die gleichen Brutbäume benutzt. Phil. Cockatoos ernähren sich von Samen, teilweise auch von Früchten Knospen und Blüten. Die Art ist sehr anpassungsfähig.

 

Links zum Thema Natur auf den Philippinen und Samar.

Website des Fieldmuseum Chicago über Samars Säugetiere, es gibt auch etliche Informationen über andere Tiere der Philippinen

 

 

Weitere Website des Fieldmuseum mit dem Titel Vanishing Treasures über bedrohte Arten und Entwaldung

 

 

Website der Philippine Eagle Foundation aus Mindanao

English versionr
submenu